Kane hat mit 33 mehr Tore erzielt, als er Spiele für Bayern gemacht hat. Wer in München über einen Nachfolger nachdenkt, tut das gerade sehr, sehr leise. Und das aus gutem Grund.

Kane soll irgendwann nach hinten rücken
Die Meldung stammt von Christian Falk. Der Sport-Bild-Reporter beschreibt eine Überlegung, die es beim FC Bayern seit Vincent Kompanys Amtsantritt 2024 gibt: Kane soll mit zunehmendem Alter tiefer spielen. Nicht als Notlösung, sondern weil seine Stärken das hergeben. Der Engländer bereitet vor, lässt sich fallen, dirigiert das Spiel – Aufgaben, die er längst nebenbei erledigt.
Fehlt dafür nur ein Stürmer, der die Spitze besetzt. Genau diese Rolle hatte Bayern schon 2024 mit Šeško besetzen wollen. Damals war der Slowene zu teuer. Ein Jahr später schlug Manchester United zu, für zunächst 76,5 Millionen Euro.
Kane selbst hat diesen Gedanken laut Falk bereits im Kopf. Er weiß, dass er nicht schneller wird.
| Harry Kane | Benjamin Šeško | |
|---|---|---|
| Alter | 33 | 23 |
| Klub | FC Bayern | Manchester United |
| Vertrag | bis 2027, Verlängerung angestrebt | langfristig gebunden |
| Letzte Saison | Stammstürmer, Bundesliga-Titel | 11 Tore in 30 Premier-League-Spielen |
| Rolle im Bayern-Plan | künftig tiefer, als Vorbereiter | Neuner davor |
Warum in diesem Sommer trotzdem nichts passiert
So spannend das Szenario klingt: Für ein Angebot in den kommenden Wochen spricht ziemlich wenig. Gleich mehrere Gründe stehen dagegen.
- Kane bleibt gesetzt. Bayern will den 2027 auslaufenden Vertrag verlängern, im Gespräch ist ein Papier mindestens bis 2029. Die Ausstiegsklausel für 2026 ist verstrichen.
- Der Kader ist versorgt. Mit Ismael Saibari kam von der PSV bereits ein Spieler, der die Rolle vor Kane interpretieren kann. München will erst einmal sehen, ob das funktioniert.
- United hat keinen Grund zu verkaufen. Michael Carrick führte die Mannschaft auf Platz drei, der Klub kehrt in die Champions League zurück und plant fest mit Šeško.
- Šeško ist nicht fit. Nach Schienbeinproblemen zum Saisonende arbeitet er noch an seiner Verfassung, in der Vorbereitung fehlte er bislang.
Was bleibt, ist eine Liste. Und die Bedingung, unter der sie relevant wird: Sollte Šeško sich in England dauerhaft schwertun, könnte München das Thema wieder aufmachen. Falk formuliert es genau so – als Option, nicht als Prozess.
Für Bayern-Fans ist das trotzdem die interessantere Nachricht. Weil sie zeigt, dass an der Säbener Straße jemand über 2028 hinausdenkt, statt Jahr für Jahr zu hoffen, dass Kane weiter 40 Tore pro Saison macht. Irgendwann macht er das nämlich nicht mehr. Die Frage ist nur, wer dann vorne steht – und ob er da schon im Verein ist.