Stuttgart spielt dieses Finale ohne Fallnetz – und genau das macht sie gefährlich. Wenn du bereits in der Champions League bist und den Pokal kennst, dann bist du im Kopf frei. Das ist ein riesiger Vorteil.

Badstuber sieht Stuttgart in der Luxus-Ausgangslage – und das aus gutem Grund
Bayern kommt als Meister nach Berlin. Mit der historischen Marke von 122 Bundesliga-Toren in einer einzigen Saison. Das ist keine Mannschaft – das ist ein Argument. Und trotzdem: Badstuber sieht Stuttgart nicht als Außenseiter. Er sieht sie als Team, das schlicht nichts zu verlieren hat.
Die Begründung ist einfach. Der VfB hat sich am vergangenen Wochenende die Champions-League-Qualifikation gesichert. Das Pokalfinale ist Bonus. Purer Bonus. Wer in einem Finale ohne existenziellen Druck antritt, spielt anders – freier, direkter, mutiger. Das wissen auch die Stuttgarter Spieler selbst.
Dazu kommt: Viele von ihnen haben das hier schon erlebt. Vorjahressieger. Dieselbe Kabine, dieselbe Atmosphäre, dieselbe Zeremonie vor dem Anpfiff. Dieser Erfahrungsvorsprung ist nicht zu unterschätzen. Während Bayern das Double anpeilt und unter gewohntem Erwartungsdruck steht, marschieren die Schwaben entspannt ins Olympiastadion. Als ob sie nach Hause kommen.
122 Tore stoppen – wie soll das funktionieren?
Badstuber weiß, wovon er redet. Als ehemaliger Innenverteidiger hat er selbst gegen Offensivmaschinen dieser Klasse verteidigt. Sein Rezept: Kompaktheit. Kein Raum, kein Rhythmus, kein Selbstvertrauen für die Bayern. Und im Umkehrschluss: schnell nach vorne, bevor sich die Münchner sortieren können.
Denn Bayern war zuletzt nicht unverwundbar. Gegentor für Gegentor hat die vergangenen Wochen begleitet. Stuttgart hat das gesehen. Und sie haben die Werkzeuge: Spielverlagerungen, präzise Pässe in die Tiefe, gechippte Bälle hinter die Abwehrkette. Sebastian Hoeneß hat daraus ein System gemacht, das gleichzeitig elegant und gefährlich ist.
Das 83. DFB-Pokalfinale ist kein klarer Fall. Es ist genau das, was Badstuber verspricht – ein Finale zwischen zwei Mannschaften, die wissen, wie man Fußball spielt. Wer den Ball will, wer nach vorne denkt, wer die eigene Identität nicht aufgibt. Genau dafür lohnt sich Berlin am Samstagabend.
Quelle: VfB Stuttgart – Holger Badstuber: Das Finale des besten Fußballs (19. Mai 2026)