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#NotForSale gegen Infantino: Geht die WM jetzt an Investoren?

Dennis Buchbauer
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Ein einziger Satz aus einer UEFA-Pressemitteilung ist zum Schlachtruf der Fanszene geworden: Der Fußball gehört niemandem, und es steht der FIFA nicht zu, ihn zu verkaufen. Seit Tagen läuft im Netz eine Welle gegen Gianni Infantinos Investorenplan. Sie hat einen konkreten Auslöser – und einen Betrag.

Ein Satz aus einer Pressemitteilung wird zum Fan-Slogan, das schafft sonst kein Verband der Welt. Infantino hat die Vorlage selbst geliefert: ein Scheck über 20 Millionen mit Ablaufdatum. So etwas erklärt sich auf einem Meme in drei Sekunden, und genau deshalb funktioniert es gerade so gut.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Der Satz, der das Netz getroffen hat

Die UEFA war schnell. Noch bevor die FIFA ihren Plan offiziell bestätigte, ging eine Erklärung raus, die für einen Verband ungewöhnlich scharf ausfiel. Hier werde eine Linie überschritten, die die Institutionen des Fußballs niemals überschreiten dürften. Seele und Führung des Sports seien keine handelbaren Vermögenswerte, schon gar nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell profitiert. Niemand besitze den Fußball. Es stehe der FIFA nicht zu, ihn zu verkaufen.

Fanszenen greifen so etwas dankbar auf. Die Football Supporters’ Association aus England und Wales sprach von einem neuen Tiefpunkt und nannte ihre Mitglieder wütend. FIFPro Europe warnte, das Modell lasse finanzielle Interessen über die Stimmen jener stellen, die den Sport spielen, unterstützen und tragen. Auch Politiker meldeten sich, der englische Bürgermeister Andy Burnham mit dem Satz, der Fußball gehöre den Fans.

Das eigentliche Meme-Material lieferte allerdings Infantino selbst.

40 Millionen für ein Ja, 10 Millionen für ein Nein

In einem Brief an die 211 Mitgliedsverbände setzt der FIFA-Präsident eine Frist bis zum 19. September. Wer zustimmt, erhält laut den Berichten einen zusätzlichen Bonus von 20 Millionen Dollar, wodurch die Gesamtsumme für den WM-Zyklus auf 40 Millionen klettert. Ohne den Plan bleiben zehn Millionen. Die UEFA kommentierte diese Frist mit dem Hinweis, das sage alles über den Plan aus.

Ein Anreiz mit Ablaufdatum, verschickt an Verbände, die einzeln genauso viel Stimmgewicht haben wie England, Deutschland oder Spanien. Wer sich fragt, warum das Netz gerade explodiert: Dieser Mechanismus erklärt sich schneller als jede Bilanzpressekonferenz.

Dazu passt, wer im Hintergrund arbeitet. Die FIFA bestätigte, dass JP Morgan als Finanzberater fungiert. Thrive Capital unter Josh Kushner, dem Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared, soll die Investorengruppe anführen. Bis zu 4,2 Milliarden Dollar sollen über Minderheitsanteile hereinkommen. Infantino selbst spricht davon, den Fußball weltweit demokratisieren zu wollen.

Ob Empörung im Netz etwas bewegt? Deutsche Fans kennen die Antwort. Im Februar 2024 kippte die DFL ihren eigenen Investorendeal, nachdem Anhänger wochenlang Tennisbälle und Schokotaler auf die Rasenflächen geworfen und Fahrradschlösser an Tore gehängt hatten. Verkündet hat das Aus damals ein gewisser Hans-Joachim Watzke – derselbe Mann, der jetzt gegen die FIFA-Pläne wettert.

Der Unterschied: Infantinos Wähler sitzen nicht in Dortmund oder Hamburg. Sie sitzen in 211 Verbandszentralen, und viele davon haben bis zum 19. September eine sehr einfache Rechnung vor sich.

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.