Ein Sechstel dessen, was ein solider Bundesliga-Ergänzungsspieler pro Jahr kostet – weggebrannt in zehn Minuten. Und die Eintracht zahlt es in einer Saison ohne europäische Einnahmen.

25 Rauchtöpfe, 50 Bengalos, 20 Raketen – und zwei Verletzte
Die Zahlen aus dem Urteil lesen sich wie eine Inventarliste. Vor Anpfiff der Partie am 16. Mai zündeten Frankfurter Anhänger nach Angaben der Verantwortlichen mindestens 25 Rauchtöpfe, 50 Bengalische Feuer und 20 Blinker und schossen 20 Raketen ab. Zwei Menschen wurden dabei verletzt. Der Anpfiff verzögerte sich um 5:45 Minuten.
Damit war es nicht vorbei. Während des Spiels brannten im Frankfurter Fanblock 26 weitere pyrotechnische Gegenstände, dazu flogen vier Raketen. Laut t-online ermittelte im Nachgang auch die Staatsanwaltschaft.
Ein Trostpflaster gibt es: Bis zu 113.800 Euro der Gesamtsumme darf die Eintracht für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden. Nachweis gegenüber dem DFB inklusive.
Kein Europapokal, volle Rechnung
Ob es sich um eine Rekordstrafe handelt, lässt sich seriös nicht sagen – belastbare Vergleichszahlen für Einzelurteile in dieser Höhe fehlen. Fest steht: Es ist eine der saftigsten Einzelstrafen der jüngeren Bundesliga-Geschichte. Zur Einordnung: Der 1. FC Köln kassierte vor einigen Jahren rund 290.600 Euro für ein einziges Pokalspiel.
Bitter für die Eintracht ist vor allem der Zeitpunkt. Die Hessen spielen in dieser Saison ausschließlich national, europäische Einnahmen fallen weg. Ein sechsstelliger Betrag wiegt in so einer Spielzeit deutlich schwerer als in einem Europa-League-Jahr.
Und die Fanszene? Die Kritik an der DFB-Praxis ist bekannt: Viele Ultra-Gruppen halten die Geldstrafen für überzogen und sehen darin vor allem ein Geschäftsmodell. Der Verein trägt die Rechnung trotzdem allein.
Am Freitag steht das erste Pflichtspiel der Saison an – um 18 Uhr im Grotenburg-Stadion in Krefeld gegen Oberligist SC St. Tönis. Ausverkauft ist die Partie längst.