Zwei Spieler fliegen um die halbe Welt für einen Klub, der ihnen schriftlich mitgeteilt hat, dass er sie nicht mehr will. Sportlich ist das eine Sackgasse, menschlich eine Zumutung – und wirtschaftlich Eberls größtes Problem in diesem Sommer.

Jeju SK gegen Bayern: Ein Gegner mitten in der Saison
Es ist das dritte Testspiel der Vorbereitung. Nach dem 1:2 in Wehen Wiesbaden und dem 15:0 gegen Rottach-Egern steigt das Niveau endlich. Denn Jeju SK steht im Gegensatz zu den Münchnern voll im Saft: Nach 20 Spieltagen liegt das Team von Sergio Costa mit 27 Punkten auf Rang acht der K League 1, bei sieben Siegen, sechs Remis und sieben Niederlagen.
Bemerkenswert ist die Defensive. In 14 der 20 Ligaspiele kassierten die Koreaner höchstens ein Gegentor. Nach vorne passiert dafür wenig – kein einziges Mal trafen sie mehr als zweimal in einer Partie. Ein Gegner, der hinten dichtmacht und auf Fehler wartet. Genau die Sorte Aufgabe, die einer Mannschaft im Aufbau richtig wehtun kann.
Kompany fehlt dabei die halbe Prominenz. Harry Kane, Dayot Upamecano und Michael Olise stoßen nach ihren WM-Halbfinals erst nach der Asienreise dazu, Jamal Musiala trainiert nach seiner Operation individuell, Neuzugang Ismael Saibari ist angeschlagen. Übertragen wird nur bei FC Bayern TV PLUS. Wer kein Abo hat, schaut in die Röhre.
Palhinha, Boey, Zaragoza: Aussortiert, aber nicht loszuwerden
Die eigentliche Nachricht steht neben dem Platz. Eberl hat drei Namen genannt und sich dabei keine Hintertür gelassen: “Für die drei wird die Zukunft beim FC Bayern keine sein.” João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza tauchen auf der offiziellen Kaderliste für 2026/27 gar nicht mehr auf.
Nur: Palhinha und Boey flogen trotzdem mit nach Südkorea. Während Kane und Olise im WM-Sonderurlaub sind, marschieren zwei Männer durch die Marketing-Tour, die der Klub am liebsten schon verkauft hätte. Merkwürdig? Absolut.
Kompany hat auf der Pressekonferenz vor dem Jeju-Spiel eine deutlich weichere Linie gefahren als sein Sportvorstand. Er nannte die klare Kommunikation des Vereins positiv, verwies auf seine eigene Zeit als Profi – und forderte, dem Trio mit Respekt zu begegnen. Bis zum Ende der Transferperiode gelte eine klare Position, danach werde man weitersehen.
Praktisch heißt das: Der Markt bewegt sich nicht. Bei Palhinha setzen die Bayern laut BILD weiter auf Aston Villa, sind laut Fußballchef Christian Falk aber selbst wenig zuversichtlich, dass ein Deal zustande kommt. Knackpunkt ist die Ablöse – rund 50 Millionen Euro kostete der Portugiese einst. Sein Grundgehalt soll bei etwa 8,5 Millionen Euro liegen. Sitzt er den Vertrag aus, wird es teuer.
Bei Boey platzte die Rückkehr zu Galatasaray an der türkischen Ausländerregel, Zaragoza bremst eine Knieentzündung. Und der einzige Transfer, den Eberl in Jeju wirklich verkünden könnte, ist ein Formaltermin: Die feste Verpflichtung von Bara Sapoko Ndiaye (18) für unter fünf Millionen Euro. “Es wird nicht mehr lange dauern”, sagte der Sportvorstand.
Einkaufen kann Eberl. Verkaufen ist die schwierigere Disziplin – und genau daran wird er im August gemessen.