Ferrari hatte in Zandvoort die schnellsten Autos und wurde Vierter und Fünfter. Wenn zwei Fahrer über zehn Runden am Funk gegeneinander arbeiten, verliert man exakt die Zehntel, die am Ende zum Podium fehlen. Das war Selbstsabotage.

Ferrari: „Lasst mich vorbei” – und dann wurde der Ton scharf
Im zweiten Stint schloss Lewis Hamilton auf harten Reifen zu Charles Leclerc auf, der auf Medium unterwegs war. Der Brite funkte nach wenigen Kurven: Seine Reifen seien besser, man solle ihn vorbeilassen.
Ferrari wollte die Sache über einen zusätzlichen Stopp bei Leclerc lösen. Der Monegasse wütete am Funk und blieb eine Runde länger draußen. Hamilton wurde deutlicher: „Wir verlieren Zeit.” Als Leclerc eine Runde später doch an die Box beordert wurde, kam die sarkastische Spitze aus dem zweiten Ferrari – tolle Art, Zeit zu verschwenden.
Das Ergebnis: Platz vier und fünf. Laut auto motor und sport hätte die Pace beider Ferrari für das Podium gereicht. Hamilton rutschte in der WM auf Rang drei ab.
Mercedes funkt dazwischen – und Wolffs Warnung wirkt plötzlich anders
Auch bei Mercedes mischte sich der Kommandostand ein. Als Kimi Antonelli und Hamilton auf frischen Softs Jagd auf George Russell machten, wies das Team Russell an, den Teamkollegen passieren zu lassen. Antonelli wurde Zweiter, Russell Dritter.
Brisant wird das durch die Vorgeschichte. Vor dem Wochenende hatte Toto Wolff mit Blick auf das Duell gegen Ferrari erklärt, die Fahrer seien gewarnt – ein zweites Hamilton-Rosberg-Drama lasse er nicht mehr zu. Im Juli war er gegenüber RacingNews365 noch drastischer geworden und kündigte an, einen Fahrer im Fall interner Eskalation aus dem Team zu werfen. Eine konkrete Maßnahme gegen einen Piloten steht bislang nicht im Raum.
Das Rennen selbst gewann Lando Norris vor Antonelli und Russell. Max Verstappen flog bereits in Runde eins ab, blieb unverletzt, das Rennen wurde unterbrochen. In der WM führt Antonelli mit 242 Punkten, dahinter folgen Russell und Hamilton mit je 183. Weiter geht es am 6. September in Monza.