Itauma bekommt mit 21 einen WM-Kampf gegen den härtesten Gegner seiner Karriere, und die Verbände haben den Weg dorthin mit Geld freigeräumt. Sportlich ist Hrgović der erste echte Prüfstein – vierzehn Aufbaukämpfe sagen über ein Kinn wenig aus.

Sanchez tritt zurück, Itauma jagt einen Tyson-Rekord
Oleksandr Usyk legte im Juni alle Gürtel nieder. Die WBC beförderte Agit Kabayel, die WBA rückte Murat Gassiev auf. Der IBF-Titel blieb als einziger offen – und im Weg stand Pflichtherausforderer Frank Sanchez.
Promoter Frank Warren löste das Problem mit einem Scheck. Queensberry zahlte dem Kubaner eine Step-aside-Gebühr, im Gegenzug erhält Sanchez den Sieger. Sein Manager Mike Borao bestätigte gegenüber Sky Sports die Bedingung: binnen sechs Monaten, ohne Zwischenkämpfe. Damit waren Itauma und Hrgović die bestplatzierten verfügbaren IBF-Anwärter.
Für Itauma steht viel auf dem Spiel. Der 21-Jährige aus Kent ist 14-0 mit zwölf vorzeitigen Siegen und stoppte im März als Erster den zähen Jermaine Franklin. Gewinnt er, wird er nach Mike Tyson der zweitjüngste Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte. Hrgović bringt 20-1 mit, seine einzige Niederlage kassierte er 2024 gegen Daniel Dubois.
Millers Wut: „Irgendjemand muss dafür geradestehen”
Der eigentliche Aufreger spielt sich parallel ab. Die WBA hatte Jarrell Miller in ihrem Juli-Ranking als offiziellen Pflichtherausforderer geführt – und diese Einstufung Tage später als „versehentlichen Fehler” zurückgenommen. Offizieller Pflichtherausforderer sei allein Itauma. Millers Sieg über Lenier Peró im April sei kein finaler Ausscheidungskampf gewesen.
Miller reagierte auf Instagram mit einer wütenden Botschaft an WBA-Präsident Gilberto Mendoza. Er habe Konventionen besucht, Sanktionsgebühren gezahlt, den Prozess respektiert – und der Peró-Kampf sei ihm klar als finaler Eliminator präsentiert worden. Jetzt heiße es plötzlich, es habe sich um einen Fehler gehandelt. Irgendjemand müsse dafür geradestehen.
Eine Klage hat Miller nicht angekündigt. Die WBA hat bis heute nicht erklärt, wem der Fehler unterlief. In US-Medien fiel dazu der Verweis auf den Muhammad Ali Boxing Reform Act, der Verbände zur Transparenz bei Rankings verpflichtet – bislang bleibt das eine theoretische Option.
Miller steht nun auf Rang zwei, direkt hinter Itauma. Und Itauma boxt am Samstag um einen ganz anderen Gürtel.