Jorge Messi war der einzige Mensch, der Lionel über 25 Jahre hinweg alles abgenommen hat, was nichts mit Fußball zu tun hatte. Wer diese Rolle verliert, verliert mehr als einen Vater.

Der Mann, der Leo nach Barcelona brachte
Das Sanatorio Centro in Rosario meldete den Tod für 2 Uhr in der Nacht zum Samstag. Zu den medizinischen Umständen machte die Klinik ausdrücklich keine Angaben, aus Respekt vor der Familie. Argentinische Medien wie Clarín berichteten von einer monatelangen Krebserkrankung, offiziell bestätigt ist das nicht. Bekannt war seit Juni nur, dass Jorge Messi in ärztlicher Behandlung war – die Familie hatte das während der WM in einer Mitteilung klargestellt, nachdem Gerüchte über seinen Tod kursierten.
Seine Rolle im Weltfußball lässt sich kaum überschätzen. Als Lionel als Jugendlicher bei Newell’s Old Boys spielte und eine Wachstumshormontherapie brauchte, war es Jorge, der um die Finanzierung kämpfte. Als der Sohn im Jahr 2000 nach Barcelona ging, zog der Vater mit, während Mutter Celia Cuccittini den Rest der Familie in Rosario zusammenhielt. Später verhandelte er die Verträge in Barcelona, Paris und Miami, führte das Geschäft, wehrte Gerüchte ab, sagte in der Öffentlichkeit so wenig wie möglich.
Ein Brief, der eine Karriere infrage stellt
Am Sonntag nahm die Familie in einer privaten Zeremonie auf einem Friedhof in Pérez nahe Rosario Abschied, ohne Presse, ohne Publikum. In der Nacht zum Mittwoch flog Lionel Messi zurück in die USA. Wenige Stunden später veröffentlichte er auf Instagram ein Foto mit seinem Vater und einen langen Text.
Darin nennt er ihn Vater, Freund und Berater in einem. Er schreibt, dass er nicht wisse, was er ohne ihn tun solle. Und dann kommt der Satz, der die Fußballwelt seit Mittwoch beschäftigt: Er habe nur Fußball gespielt – und habe nun „große Zweifel”, ob er das noch lange tun werde.
Ein Rücktritt ist das nicht. Messi nannte kein Datum, kündigte nichts an. Aber es ist das erste Mal, dass der 39-Jährige das Ende so unmittelbar in den Raum stellt. Er berichtet in dem Brief außerdem, dass sein Vater ihn maßgeblich dazu gedrängt hatte, die WM 2026 überhaupt zu spielen – jenes Turnier, das für Argentinien mit dem 0:1 gegen Spanien im Finale endete.
Was jetzt bei Inter Miami passiert
Bei Inter Miami geht man davon aus, dass Messi sich noch einige Tage bei seiner Familie nimmt, bevor er in den Leagues-Cup-Betrieb zurückkehrt. Der Klub hatte ihn erst rund zehn Tage vor dem Todesfall nach der WM wieder in den Kader integriert.
Die Anteilnahme kam schnell und breit. Newell’s Old Boys, der Klub, dem Jorge Messi als Fan verbunden war, meldete sich als erste Institution zu Wort und würdigte seine Rolle hinter den Kulissen. Die argentinische Liga verabschiedete ihn mit einem Foto von Vater und Sohn. In Fort Lauderdale hängten Inter-Miami-Anhänger ein Banner mit zwei Worten auf: Fuerza Leo.
Wann Messi wieder auf dem Platz steht, hat der Klub offengelassen.