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Sané bei der WM 2026: Startelf-Garantie oder Bank-Kandidat?

Dennis Buchbauer
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Es gibt Spieler, bei denen ein vergebener Elfmeter in der 90. Minute spurlos verhallt. Und dann gibt es Leroy Sané. Beim 7:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao in Houston vergab der 30-Jährige zwei Großchancen, stand 90 Minuten auf dem Platz und blieb als einziger Offensivstarter ohne Tor und ohne Vorlage. Was folgte, war keine Analyse. Es war ein Reflex.

Sané ist der einzige deutsche Spieler, bei dem das Publikum schon das Aufwärmen bewertet. Das sagt mehr über uns als über ihn. Wer nur die Scorerpunkte zählt, versteht nicht, was Nagelsmanns System von ihm verlangt – und was er dabei tatsächlich leistet.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Die Kritik und was sie verschweigt

ran vergab eine 4. Die 11 Freunde listeten ihn unter den drei frustrierendsten Nationalspielern des Spieltags. In sozialen Medien hieß es, er gehöre nicht in die Startelf – manche gingen weiter. Lothar Matthäus formulierte es diplomatisch: Sané sei „ein bisschen abgefallen” im Vergleich zu seinen Offensivkollegen, habe sich „nicht gekrönt”. Markus Babbel war direkter: „Mal Top-Leistung, dann wieder Kreisklasse – ich kenne es nicht großartig anders von ihm.”

Die Kritikpunkte sind real. In der 32. Minute eine Chance, in der 63. Minute die größere – freistehend vor Keeper Eloy Room, gute Ballannahme, Schuss am Tor vorbei. Dazu ein unnötiger Hackentrick kurz vor der ivorischen Strafraum-Linie, der Curaçao fast eine Konterchance beschert hätte. Das sind Szenen, die bei einem Spieler seines Kalibers nicht passieren dürfen. Und bei Sané ist es kein Zufall, dass genau diese Szenen passieren. Sie passen in ein Bild, das sich über Jahre aufgebaut hat: drei EM-Teilnahmen ohne bleibende Wirkung, WM 2018 nicht einmal dabei, WM 2022 verletzt und auf einen Kurzeinsatz reduziert. Auch nach dem Auftakt gegen Curaçao wartet Sané nun nach 13 Turnierspielen weiter auf sein erstes Turniertor.

Was die Daten sagen – und warum Kimmich recht hat

Nur: Die Reduktion auf diese Szenen ist das eigentliche Problem. Denn parallel zu den Fehlern lief etwas, das keine Fernsehkamera eingeblendet hat. Der Datenanalyst Kieran Doyle hat eine Metrik entwickelt, die misst, wie oft ein Spieler im Vergleich zu anderen auf seiner Position Bälle in gefährlichen Zonen kontrolliert – „Burden Above Average” nennt er das. Nach dem ersten WM-Spieltag steht Leroy Sané dort auf Platz eins. Unter allen Spielern des Turniers. Er machte die richtigen Läufe, die richtigen Tiefenläufe, war öfter als jeder andere Angreifer mit dem Ball in Räumen, aus denen Tore entstehen. Er hat die Chancen nur nicht genutzt.

Das ist der Unterschied zwischen Pech und Unvermögen. Und er ist entscheidend.

Kapitän Joshua Kimmich, der die rechte Seite mit Sané teilt und damit besser als jeder Journalist beurteilen kann, was dort wirklich passiert, sagte auf der DFB-Pressekonferenz am Dienstag: „Er hat mich nie allein gelassen, ist immer zurückgesprintet.” Die Mannschaft und der Trainer, so Kimmich, würden Leistung nicht allein an Scorerpunkten messen. Sané habe auch andere Aufgaben – und diese sehr gut erfüllt. „Daher verstehe ich die Kritik nicht. Schon gar nicht nach einem 7:1.”

Das ist kein Pflichtverteidigung. Das ist ein Kapitän, der beschreibt, was er gesehen hat.

Nagelsmanns Entscheidung für heute Abend gegen die Elfenbeinküste in Toronto ist deshalb konsequent: Sané wird wieder in der Startelf stehen. Auf dem rechten Flügel. Wo er hingehört. Die Alternativen Leweling oder Undav wären Reaktionen auf öffentlichen Druck – und genau das hat Nagelsmann immer vermieden. Wer Sané jetzt auf die Bank schickt, investiert nicht in die K.o.-Runde. Er gibt nach. Und das kostet ihn womöglich mehr als ein Startelf-Platz.

Häufige Fragen zu Leroy Sané bei der WM 2026

Warum wird Leroy Sané bei der WM 2026 so stark kritisiert?

Sané blieb beim 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao als einziger Offensivstarter der deutschen Nationalmannschaft ohne Tor und ohne Vorlage. Er vergab zwei klare Großchancen, darunter eine freistehend vor dem Keeper in der 63. Minute. Medien wie ran bewerteten seinen Auftritt mit der Note 4. Dazu kommt eine langjährige Erwartungshaltung: Bei drei EM-Teilnahmen und zwei weiteren WM-Nominierungen blieb ein prägender Turnierauftritt bislang aus.

Spielt Sané gegen die Elfenbeinküste in der Startelf?

Sehr wahrscheinlich ja. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Sané öffentlich in Schutz genommen und betont, dass er neben Toren auch andere Aufgaben zu erfüllen habe – die er gut erfüllt habe. Auch Kapitän Joshua Kimmich verteidigte Sané ausdrücklich und lobte dessen defensives Umschaltverhalten. Große personelle Änderungen nach einem 7:1-Sieg wären ungewöhnlich für Nagelsmann.

Was sagen die Statistiken wirklich über Sanés Leistung gegen Curaçao?

Trotz fehlender Scorerpunkte lieferte Sané laut der Datenanalyse von Miasanrot einen überraschend starken Wert: In der Metrik „Burden Above Average” – die misst, wie oft ein Spieler im Vergleich zu anderen Bälle in gefährlichen Zonen kontrolliert – belegte er nach dem ersten WM-Spieltag den ersten Platz unter allen Turnierspielern. Das deutet auf gute Laufwege und richtiges Timing hin, auch wenn die Abschlüsse fehlten.

Hat Leroy Sané je ein Tor bei einem großen Turnier erzielt?

Nein. Nach 13 Turnierspielen – verteilt auf EM-Teilnahmen 2016, 2020 und 2024 sowie WM 2022 – wartet Sané weiterhin auf sein erstes Turnier-Tor für die deutsche Nationalmannschaft. Bei der WM 2018 wurde er nicht nominiert, 2022 kam er verletzungsbedingt nur zu einem Startelf-Einsatz. Die WM 2026 ist seine bislang letzte Chance, diese Statistik zu verändern.

Was hat Joshua Kimmich über Sanés Leistung gesagt?

Kimmich verteidigte Sané auf der DFB-Pressekonferenz am Dienstag und sagte: „Er hat mich nie allein gelassen, ist immer zurückgesprintet.” Der Kapitän betonte, dass weder die Mannschaft noch der Trainer Leistung ausschließlich an Toren und Vorlagen messen. Sané habe seine anderen Aufgaben „sehr gut” erfüllt. Kimmich erklärte, die Kritik nach einem 7:1-Sieg nicht nachvollziehen zu können.

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.