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Wie verteidigt man Lionel Messi? Englands Plan fürs WM-Halbfinale

Dennis Buchbauer
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Sechs Weltmeisterschaften, 205 Länderspiele, fast jeder große Gegner abgehakt – nur einer fehlte bislang: England. Heute Abend in Atlanta ändert sich das. Lionel Messi trifft zum ersten Mal in seiner Karriere auf die Three Lions. Und Thomas Tuchel muss die Frage beantworten, an der sich Verteidiger seit zwei Jahrzehnten die Zähne ausbeißen: Wie stoppt man einen Mann, der mit 39 immer noch die Torjägerliste dieser WM anführt?

39 Jahre alt und trotzdem der gefährlichste Mann auf dem Platz – mehr muss man über dieses Halbfinale nicht wissen. Wer Messi bewachen will, jagt einen Schatten. Und selbst der schnellste Engländer kommt zu spät, wenn La Pulga einmal Platz wittert.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Nicht den Mann jagen – den Raum zumachen

Wer Messi einem einzelnen Bewacher überlässt, hat schon verloren. Der Argentinier sucht nicht den Zweikampf, er sucht die Lücke – den scheinbar unbesetzten Raum zwischen Englands Mittelfeld und Abwehr. Dort wird er gefährlich. Tuchels Antwort kann nur kollektiv sein: Zonenverteidigung im Halbraum, ständige Übergabe im Zentrum, kein Loch, in dem sich La Pulga den Ball in Ruhe zurechtlegt. Dreht er einmal auf, ist es meist zu spät.

Kurios: Dieses Duell hätte es schon 2005 geben sollen. Damals hielt ausgerechnet eine Rote Karte auf Messis Länderspiel-Debüt ihn vom Freundschaftsspiel gegen England ab. 21 Jahre später ist er endlich da.

Dazu kommt ein Tempo, das kaum zu seinem Ausweis passt. 30,9 km/h Spitze bei diesem Turnier – mit 39 Jahren. Steht Englands Kette zu hoch, startet Messi in den Rücken der Abwehr, und Julián Álvarez oder Lautaro Martínez sind zur Stelle. Beim 3:1 gegen die Schweiz legte er das frühe 1:0 auf, ohne selbst zu treffen. Er muss nicht abschließen, um ein Spiel zu drehen. Nebenbei: Kein Spieler hat je mehr WM-Tore erzielt als Messi – 21 sind es inzwischen.

Tuchels Dreipunkteplan: eng, schnell, foulfrei

Der zweite Baustein heißt Physis. Ein Verteidiger wie Nico O’Reilly, Top-Speed 35,6 km/h, muss Messi eng markieren und früh stören – schon bei der Ballannahme, bevor der überhaupt Fahrt aufnimmt. Wer ihm erst Dynamik zugesteht, läuft danach nur noch hinterher. Und selbst wenn das gelingt, bleibt seine Torgefahr aus dem Stand.

Acht Treffer, das Turnier angeführt – Messi bestraft jeden Standard. Fouls zwischen 20 und 25 Metern? Für England praktisch verboten. Ein unnötiger Freistoß, und der Weltmeister zieht ab. Das klingt nach einer langen Mängelliste, die die Three Lions abarbeiten müssen. Ist es auch. Genau darin liegt aber Englands Chance: Messi stoppt man nicht mit Genie, sondern mit Disziplin. 90 Minuten lang, ohne die eine Sekunde Nachlässigkeit. Leistet England sie sich, steht Argentinien im Finale.

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.