Messi mit 38 Jahren, drei Tore im 200. Länderspiel – ich habe in meinem Leben viel Fußball gesehen. Aber das hier ist nicht mehr Fußball. Das ist etwas anderes. Das ist Geschichte, die sich selbst schreibt.

200 Spiele, 16 WM-Tore – und Klose eingeholt
Drei Tore. Drei verschiedene Arten, Weltklasse zu demonstrieren. Das 1:0 war Technik: De Paul mit dem Vertikalpass, Messi ohne Anlauf, Distanzschuss ins rechte obere Eck. Das 2:0 war Instinkt – der Abstauber nach einem Torwartfehler, weil Messi einfach dort steht, wo Tore passieren. Das 3:0 in der 76. Minute war Ästhetik pur: Querpass von González, kurzes Annehmen, Schlenzer ins linke untere Eck. Auf den Tag genau 20 Jahre nach seinem ersten WM-Treffer gegen Serbien und Montenegro.
Mit dem dritten Tor egalisierte er Miroslav Kloses Allzeit-WM-Rekord von 16 Treffern. Der Deutsche brauchte vier Turniere und 24 Einsätze dafür, baute den Rekord beim Finale 2014 auf – ausgerechnet gegen Argentinien. Nun steht Messi bei sechs Turnieren, mit mindestens zwei weiteren Gruppenspielen gegen Österreich und Jordanien vor sich. Die alleinige Bestmarke ist keine Frage des Ob mehr.
Alters-Messi: Weniger Lauf, maximale Wirkung
Die Kritik der vergangenen Jahre war nicht aus der Luft gegriffen. Er läuft weniger. Er presst kaum. In der MLS bei Inter Miami verwaltet er Energie, taucht auf wenn er gebraucht wird, verschwindet wieder. Man konnte das als Zeichen des Endes lesen. Falsch gelesen.
Trainer Scaloni hat seine Taktik exakt auf diesen Messi zugeschnitten. Keine Duelle mehr, keine unnötigen Sprints. Messi besetzt die Räume zwischen den Linien, wartet auf einen Blick, eine Positionierung, einen Moment. Gegen Algerien entstanden aus drei verwertbaren Chancen drei Tore. Das ist keine Statistik. Das ist Effizienz als Kunstform.
Mit 38 Jahren und knapp elf Monaten ist er nun der älteste WM-Hattrick-Schütze der Geschichte – ein Rekord, der zuvor theoretisch niemandem gehörte, weil ihn schlicht niemand für erreichbar hielt. Argentinien hat eine Mannschaft, die ohne Messi funktioniert: Lautaro, Álvarez, Mac Allister, Enzo Fernández. Das ist strukturelle Stärke. Und Messi weiß, dass er liefern muss, wenn er spielt – also liefert er.
Sein erstes Länderspiel war am 17. August 2005, ein Freundschaftsspiel gegen Ungarn. Er wurde eingewechselt, sah kurz darauf die Rote Karte und verließ den Platz, bevor er ihn wirklich betreten hatte. 200 Einsätze und ein WM-Hattrick später ist das eine Anekdote. Die Botschaft nach Kansas City an den Rest des Turniers ist unmissverständlicher: Argentinien verteidigt den Titel. Und Messi trägt das Ding persönlich.
FAQ: Messis WM-Auftakt 2026
Wie viele WM-Tore hat Messi nach dem Spiel gegen Algerien?
Nach seinem Hattrick gegen Algerien bei der WM 2026 steht Messi bei insgesamt 16 WM-Toren – und egalisiert damit den Allzeit-Rekord von Miroslav Klose. Der Deutsche hatte seine 16 Treffer über vier Turniere von 2002 bis 2014 gesammelt. Messi kann den Rekord bereits in den verbleibenden Gruppenspielen gegen Österreich und Jordanien allein brechen.
Was macht Messis Hattrick gegen Algerien historisch besonders?
Messi erzielte den Hattrick mit 38 Jahren und ist damit der älteste WM-Hattrick-Schütze der Geschichte. Zusätzlich fiel die Leistung in sein 200. Länderspiel für Argentinien – ein Meilenstein, den vor ihm kein argentinischer Spieler erreicht hat. Drei Tore, ein Rekord, ein Jubiläum: alles an einem Abend.
Warum läuft Messi bei der WM 2026 weniger als früher – und warum funktioniert es trotzdem?
Trainer Scaloni setzt Messi bewusst als positionellen Raumdeuter ein, nicht als Dauerläufer. Messi meidet physische Zweikämpfe, spart Energie für entscheidende Momente und nutzt seine überragende Spielintelligenz zur Kompensation. Gegen Algerien entstanden aus drei verwertbaren Chancen drei Tore – maximale Effizienz statt maximaler Laufleistung.
An wie vielen Weltmeisterschaften hat Messi bisher teilgenommen?
Mit der WM 2026 steht Messi bei sechs Weltmeisterschaftsteilnahmen: 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 (Weltmeister in Katar) und 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Als Feldspieler ist das Alleinrekord.
Wie stehen Argentiniens Chancen auf den WM-Titel 2026?
Argentinien gilt nach dem Auftaktsieg gegen Algerien als einer der Topfavoriten auf den WM-Titel 2026. Der Kader ist tief besetzt mit Lautaro Martínez, Julián Álvarez, Mac Allister und Enzo Fernández – und funktioniert auch unabhängig von Messi. Mit einem in Bestform agierenden Messi ist Argentinien für jeden Gegner im Turnier schwer zu bezwingen.