Bemerkenswert ist hier nicht der Vorfall, sondern der Umgang damit. Ein 23-Jähriger legt seine Diagnose selbst offen, bevor die Gerüchteküche sie ihm abnimmt. Alles Weitere gehört zwischen ihn, seine Ärzte und den Verein – und sonst nirgendwohin.

Musiala benennt eine neurologische Dysfunktion
„Das Wichtigste zuerst – mir geht es gut”, schrieb Musiala am Dienstagabend bei Instagram. Er verstehe die Sorge vieler Fans und wolle sie ihnen nehmen. Bei ihm seien temporär kurz auftretende, gut behandelbare Absencen festgestellt worden, zurückzuführen auf eine neurologische Dysfunktion.
Diese könnten zu Momenten führen wie zuletzt gegen Leipzig oder in Heidenheim. Er wisse, dass die auf den ersten Blick beunruhigend wirken – für ihn seien sie derzeit Teil des Alltags. Er befinde sich in bester medizinischer Behandlung und sei optimistisch. Ein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko bestehe nicht.
Und noch etwas machte Musiala klar: Weiterzuspielen war seine eigene Entscheidung, getroffen nach Freigabe durch neurologische Fachärzte. Er bat zugleich um Verständnis, das Thema ansonsten im engsten Kreis zu belassen.
Die Hitze-Theorie ist vom Tisch
Nach dem ersten Vorfall am Samstag hatte es zunächst Entwarnung gegeben. Musiala war beim 3:1 im Telekom Cup gegen RB Leipzig in der 84. Minute umgekippt, zwei Minuten nachdem er selbst getroffen hatte. Über 30 Grad in der Münchner Arena – da lag der Verdacht auf Kreislaufprobleme durch Hitze nahe.
In Heidenheim waren es 19 Grad. Damit ist diese Erklärung erledigt.
Vincent Kompany hatte Musiala beim 4:2 in der 61. Minute für Neuzugang Ismael Saibari eingewechselt. Sechs Minuten später ging der Offensivspieler im Mittelfeld zu Boden. Jonathan Tah und Harry Kane waren als Erste bei ihm. Nach kurzer Behandlung stand Musiala auf, wirkte desorientiert, verließ gestützt den Platz. Von den Rängen kamen „Musiala”-Rufe – auch aus dem Heidenheimer Block.
Sportlich wird die Personalie in den kommenden Tagen dennoch zur Frage. Am Samstag trifft Bayern im Franz-Beckenbauer-Supercup auf Borussia Dortmund, sechs Tage später startet die Bundesliga-Saison gegen den VfB Stuttgart. Ob Musiala dabei sein wird, hat der Klub bislang offengelassen.