Es gibt Geschichten bei Weltmeisterschaften, die nichts mit Fußball zu tun haben – und trotzdem alles entscheiden. Atakan Karazors Geschichte ist eine davon. Der Kapitän des VfB Stuttgart hat mit der Türkei die WM-Qualifikation geschafft – kämpft aber darum, überhaupt ins Land zu kommen.
Karazor ist unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist. Aber die USA entscheiden über Visa nach eigenen Regeln. Ein laufendes Verfahren kann reichen, um jemanden nicht einreisen zu lassen. Das ist keine Frage der Gerechtigkeit – das ist Bürokratie.
Was ist passiert?
Im Sommer 2022 wurde Atakan Karazor auf Ibiza wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung verhaftet. Er saß sechs Wochen in Untersuchungshaft. Das Verfahren in Spanien läuft bis heute. Karazor bestreitet die Vorwürfe. Eine Verurteilung gibt es nicht – aber das Verfahren ist auch nicht abgeschlossen.
Das Visa-Problem
Die USA haben strenge Einreiseregeln. Wer ein laufendes Strafverfahren im Ausland hat, kann bei der Visabeantragung auf Probleme stoßen. Der türkische Verband hat eine Sondereinreisegenehmigung für Karazor beantragt. Ob sie erteilt wird, ist offen.
Was jetzt passiert
Bis zum Turnierstart am 11. Juni bleibt noch Zeit. Für Karazor selbst ist die Situation kaum zu beschreiben: Er hat alles richtig gemacht auf dem Platz, sein Team zur WM geführt – und wartet jetzt auf eine Entscheidung, die außerhalb seiner Kontrolle liegt. Der Fußball kann manchmal grausam sein. Nicht wegen des Sports. Sondern wegen allem, was drumherum passiert.