Aus Sicht der Vermarktung ist die Ansetzung logisch: zwei starke Marken, ein volles Stadion, Free-TV. Für den VfB ist sie ein Problem. Vier Niederlagen gegen denselben Gegner setzen sich in Köpfen fest, und der fünfte Anlauf kommt ohne Vorlauf.

Vier Duelle in einer Saison, alle an Bayern
Die Bilanz der vergangenen Saison liest sich für Stuttgarter Nerven unangenehm. Supercup im August 2025 im eigenen Stadion: 1:2. Bundesliga-Heimspiel im Dezember: 0:5. April in München: 2:4, und Bayern war Meister. Pokalfinale in Berlin: 0:3, Kane mit drei Toren. Viermal derselbe Gegner, viermal dasselbe Ergebnis.
Jetzt also Nummer fünf. Freitagabend, 20:30 Uhr, Allianz Arena, Sky und Sat.1. Die DFL hat dem Auftakt der neuen Saison die Paarung gegeben, die 2026 ohnehin schon Dauergast in jedem Terminkalender war.
Man kann das als Reizüberflutung empfinden. Man kann auch anerkennen, was die Ansetzung hergibt: Meister gegen Champions-League-Teilnehmer, ausverkauftes Haus, freies Fernsehen. Fabian Wohlgemuth, Sportvorstand des VfB, verweist auf die nationale und internationale Aufmerksamkeit, die ein Eröffnungsspiel bekommt. Ein Klub, der um Talente konkurriert, lehnt so eine Bühne nicht ab.
Ausgerechnet eine Regel hat ein sechstes Duell verhindert
Bemerkenswert ist, dass es nicht noch dichter kam. Nach dem Pokalfinale hätte die Neuauflage im Supercup nahegelegen – Stuttgart stand im Endspiel, Bayern gewann. Doch bei einem Double des Siegers rückt nicht der unterlegene Finalist nach, sondern der Vizemeister. Am 22. August spielt deshalb Borussia Dortmund gegen Bayern, nicht der VfB.
Der Wettbewerbsmodus hat also gebremst, was der Spielplan danach wieder aufgeholt hat. Kurios genug.
Sportlich beginnt für Stuttgart eine Saison mit offenen Fragen. Im Tor ist die Lage nach Alexander Nübels Abgang unklar: Dennis Seimen, eigentlich als Nachfolger vorgesehen, wird den Bundesligastart Berichten zufolge verpassen, Fabian Bredlow dürfte gegen Bayern beginnen. Kein idealer Auftakt für einen Torwart, dessen Team im Dezember fünf Gegentore kassierte.
Bleibt die Frage, die am 28. August im Raum steht: Wie oft kann eine Mannschaft gegen denselben Gegner verlieren, bevor die Statistik zum eigenständigen Gegner wird? Stuttgart hat vier Versuche gebraucht, um darauf keine Antwort zu finden. Der fünfte kommt schneller als jede Vorbereitung.