Am 19. Mai 2026 hat die FIFA offiziell verkündet: Die Flagge des vorrevolutionären Iran ist bei der WM 2026 in Stadien nicht erlaubt. Iranische Exilanten und Oppositionelle weltweit nutzen dieses Symbol als Zeichen des Protests gegen das aktuelle Regime. Die FIFA sieht darin politische Werbung. Kritiker sehen darin Kapitulation vor einem autoritären Staat.
Die FIFA verbietet eine Flagge, die für Millionen Iraner Freiheit bedeutet – und lässt das Regime selbst spielen. Das nennt man politische Neutralität. Ich nenne das eine Entscheidung mit Folgen.
Was ist die Löwe-und-Sonne-Flagge?
Die Flagge war bis zur Islamischen Revolution 1979 das offizielle Symbol des Iran. Heute ist sie im Iran selbst verboten. Im Ausland wird sie von der Opposition und Diaspora als Symbol des Widerstands verwendet – besonders seit der “Frau, Leben, Freiheit”-Bewegung 2022. Für viele Iraner bedeutet sie Freiheit. Für die FIFA bedeutet sie politische Werbung.
Proteste vor dem FIFA-Kongress in Vancouver
Am 30. April 2026 demonstrierten Hunderte vor dem FIFA-Kongress in Vancouver und forderten den Ausschluss der iranischen Nationalmannschaft. Die FIFA hat die Proteste zur Kenntnis genommen und den Ausschluss abgelehnt. Stattdessen: das Flaggenverbot. Ein Kompromiss, der beide Seiten unzufrieden lässt.
Was das für iranische Fans bedeutet
Hunderttausende Iraner leben in den USA, Kanada und Mexiko – genau in den WM-Gastgeberländern. Für sie ist die Flagge keine politische Statement – sie ist Identität. Ihnen zu sagen: Diese Flagge darf im Stadion nicht sein, aber das Regime darf mitspielen – das ist eine Botschaft. Keine gute.
Die FIFA und ihr Neutralitätsanspruch
Die FIFA besteht auf politischer Neutralität. In der Praxis bedeutet das häufig: Man schaut weg, wenn Regime Menschenrechte verletzen. Die WM 2022 in Katar hat das deutlich gezeigt. Das Flaggenverbot gegen die iranische Opposition ist das jüngste Beispiel einer FIFA, die Neutralität wählt, wenn Konsequenz gefragt wäre.
Der Iran sportlich bei der WM 2026
Sportlich ist der Iran kein Titelfavorit, aber eine Mannschaft, die Spiele gewinnen kann. Das Team ist in einer unmöglichen Lage: Spieler, die für ein Regime antreten, das viele von ihnen ablehnen. Bei der WM 2022 haben iranische Spieler die Hymne nicht mitgesungen – ein stilles, aber deutliches Zeichen. Was bei der WM 2026 passiert, bleibt offen.