Didier Deschamps hat am 14. Mai seinen 26-Mann-Kader für die WM 2026 bekannt gegeben. Frankreich ist, wie fast immer, einer der Topfavoriten. Die Abwehr mit Saliba, Upamecano und Konaté gehört zu den stärksten des Turniers. Und vorne: Mbappé. Was man trotzdem nicht vergessen sollte: Bei Frankreich ist es nie so einfach, wie es aussieht.
Frankreich hat den tiefsten Kader des Turniers. Und trotzdem schreibt man bei jeder WM denselben Satz: Frankreich hätte Weltmeister werden können. Vielleicht liegt es nicht am Kader.
Camavinga fehlt: Die tragische Figur des Kaders
Eduardo Camavinga ist 22 Jahre alt und spielt für Real Madrid. In einer normalen Saison wäre er gesetzt. Aber 2025/26 war keine normale Saison: Verletzungen, wenig Einsatzzeit, ein Körper, der nicht mitspielte. Deschamps hat die Konsequenz gezogen. “Er hat eine harte Saison hinter sich, in der er nicht viel zum Einsatz kam und mit Verletzungen zu kämpfen hatte.” Für Camavinga mit 22 Jahren ist es ein Schlag.
Die Stärken: Abwehr, Angriff, Tiefe
Frankreichs Stärken sind offensichtlich. Die Innenverteidigung mit William Saliba, Dayot Upamecano und Ibrahima Konaté ist international kaum zu toppen – jung, schnell, erfahren. Davor: Mbappé, Dembélé in Bestform, Marcus Thuram als physische Präsenz. Frankreich kann auf fast jeder Position drei gleichwertige Spieler einwechseln. Das ist ein Luxus, den kein anderes Team in diesem Maß hat.
Die Schwächen: Kohärenz und Psychologie
Frankreichs Problem war nie der Kader. Es war das Funktionieren als Mannschaft. 2022 im Finale waren sie nah dran. 2021 scheiterten sie an der Schweiz im Elfmeterschießen. Frankreich mit vollem Kader kann jeden schlagen. Frankreich an einem schwachen Tag verliert gegen jeden. Mbappé ist die Schlüsselfigur – im Guten wie im Schlechten.
Frankreichs Gruppe und der Weg ins Finale
Frankreich spielt in der Gruppe I gegen Norwegen, Senegal und Irak. Das ist machbar. Norwegen mit Haaland ist die einzige echte Gefahr in der Gruppe. Der Weg ins Halbfinale ist realistisch. Frankreich kann Weltmeister werden. Frankreich könnte auch im Viertelfinale ausscheiden. Beides überrascht niemanden mehr.