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Ohne Schlotterbeck und Can: BVB geht dezimiert in den Supercup

Dennis Buchbauer
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Der Franz-Beckenbauer-Supercup steigt am Samstagabend um 20:30 Uhr im Signal Iduna Park, und Borussia Dortmund geht mit einer Personalliste in dieses Spiel, die niemand im Klub so geplant hatte. Nico Schlotterbeck fehlt mit Innenbandriss, Emre Can nach Kreuzbandriss – die halbe Achse der letzten Saison steht nicht zur Verfügung.

Beim FC Bayern sieht es nur unwesentlich entspannter aus. Serge Gnabry arbeitet nach seiner Adduktorenverletzung aus dem April noch im Reha-Training, Lennart Karl kuriert einen Muskelbündelriss, und ob Jamal Musiala eine Option ist, war bis zuletzt offen.

Zwei Ausfaelle in der Abwehrachse sechs Tage vor dem Ligastart sind fuer Dortmund schlimmer als jede Bayern-Aufstellung. Wer im Supercup eine Innenverteidigung zum ersten Mal zusammenstellt, spielt gegen Kane ein Experiment mit offenem Ausgang.

Sportwettenexperte & Autor
Dennis Buchbauer

Dortmund muss die Abwehr neu bauen

Erschwerend kommt hinzu, dass Dortmund in diesem Sommer ohnehin mehrere Positionen neu besetzt hat. Eine Mannschaft, die im Aufbau umbaut und gleichzeitig verletzungsbedingt improvisieren muss, braucht Wochen, nicht Tage. Der Supercup kommt für diesen Prozess denkbar früh.

Der Ausfall von Schlotterbeck wiegt am schwersten. Der Innenverteidiger war in der Vorsaison der Spieler, über den Dortmund das Spiel eröffnet hat – nicht nur Verteidiger, sondern erster Aufbauspieler. Ein Innenbandriss ist keine Sache von zwei Wochen, und der Supercup ist nur das erste Spiel, das er verpasst.

Dazu kommen Carney Chukwuemeka mit muskulären Problemen sowie Drewes, Kaba und Ostrzinski, die nicht im Aufgebot stehen. Die erwartete Startelf zeigt entsprechend viele neue Namen: Kobel im Tor, davor Gadou, Anton und Bensebaini, auf den Aussenbahnen Ryerson und Svensson, im Zentrum Bellingham und Felix Nmecha, offensiv Karetsas und Inacio hinter Serhou Guirassy.

Das ist eine Elf mit viel individueller Qualität, aber wenig gemeinsamer Spielzeit. Gegen einen Gegner, der im Zentrum mit Kimmich und Pavlovic seit Jahren eingespielt ist, kann das schnell zum Problem werden – besonders in den Umschaltmomenten, in denen Abstimmung mehr zählt als Talent.

Bayern mit Fragezeichen in der Offensive

Bemerkenswert ist, wie ruhig die Bayern in dieses Spiel gehen. Anders als Dortmund hat der Rekordmeister im Sommer wenig am Grundgerüst verändert, und genau diese Kontinuität ist im ersten Pflichtspiel einer Saison oft mehr wert als jede Einzelqualität.

Die erwartete Bayern-Aufstellung liest sich vertraut: Neuer, dahinter Stanisic, Upamecano, Tah und Brown, im Zentrum Kimmich und Pavlovic, offensiv Olise, Bischof und Luis Diaz hinter Harry Kane. Das ist ein Gerüst, das funktioniert, auch ohne Gnabry und Karl.

Der Knackpunkt bleibt Musiala. Ist er dabei, verändert sich die Struktur zwischen den Linien komplett, weil Bayern dann eine zweite Anspielstation im Zehnerraum hat und Olise auf den Flügel ausweichen kann. Fehlt er, wird das Spiel breiter und berechenbarer – und genau davon lebt eine improvisierte Dortmunder Abwehr.

Kane ist der Faktor, der beide Szenarien überlagert. Der Engländer hat gegen Dortmund eine Trefferquote, die in der Kategorie unangenehm liegt, und braucht wenig Anspiele, um gefährlich zu werden. Für einen Innenverteidiger-Verbund, der zum ersten Mal in dieser Konstellation zusammensteht, ist das die härteste Prüfung, die der deutsche Fussball gerade zu bieten hat.

Was die Quoten sagen – und was sie übersehen

Historisch ist der Supercup zudem kein verlässlicher Indikator für den Saisonverlauf. Mannschaften, die hier gewinnen, starten nicht automatisch besser in die Liga – und Niederlagen in diesem Format haben schon oft zu voreiligen Schlüssen geführt, die der Markt in den ersten Spieltagen teuer korrigiert hat.

Die Buchmacher sehen Bayern als Favoriten, und das ist angesichts der Ausfallliste auf Dortmunder Seite nachvollziehbar. Interessant wird es unterhalb der Siegquote. Supercup-Spiele haben eine eigene Statistik: viel Intensität, wenig taktische Feinjustierung, weil beide Teams erst wenige gemeinsame Wochen hinter sich haben. Torreiche Partien sind in diesem Format historisch überdurchschnittlich häufig.

Dazu kommt der Faktor Signal Iduna Park unter Flutlicht. Dortmund verliert solche Spiele selten sang- und klanglos, auch wenn die Papierform dagegen spricht. Wer auf Handicap-Märkte schaut, sollte prüfen, ob die Ausfallliste vom Markt bereits doppelt eingepreist wurde – genau das passiert bei prominenten Verletzungen regelmässig.

Und ein letzter Punkt: Der Supercup zählt für keine Tabelle. Beide Trainer werden das Risiko abwägen, sechs Tage vor dem Bundesliga-Start Stammspieler über 90 Minuten zu belasten. Wer früh Wechsel erwartet, sollte Märkte meiden, die auf einen konstanten Spielverlauf über die volle Distanz setzen.

Dennis Buchbauer

Hi, ich bin Dennis – Experte für Predictive Analytics und Sportwetten. Seit über 10 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Sportwetten und der Frage, wie sich Daten in fundierte Vorhersagen verwandeln lassen. Auf Wette.de bin ich für die Testberichte sowie die Sportwetten-Strategien zuständig. Jeden Wettanbieter teste ich aus echter Spielersicht – ich schaue mir nicht nur die Webseite an, sondern wette tatsächlich selbst. Mein Hintergrund in Consumer Behavior Prediction und Event Forecasting fließt dabei direkt in meine Analysen und Wetttipps ein.