Es war ein Abend, an dem Argentinien fast die größte WM-Blamage seiner Geschichte erlebt hätte – und am Ende wieder Lionel Messi war, der die Selección rettete. Von 0:2 zurückliegend drehte der amtierende Weltmeister das Achtelfinale gegen Ägypten noch auf 3:2 und zog ins Viertelfinale ein. Cristian Romero (79.), Messi (83.) und Enzo Fernández (90.+2) schossen die Albiceleste in letzter Minute zum Sieg.
Ägypten spielte das mutigste Spiel seiner WM-Geschichte: Yasser Ibrahim (15.) und Mostafa Ziko (67.) sorgten für eine scheinbar sichere 2:0-Führung gegen den Weltmeister. Doch dann schaltete sich Messi ein – und der Titelverteidiger zeigte nochmal, warum er seit Jahren das erfolgreichste Team der Welt ist.
Spielerstatistik
| 15' | Yasser Ibrahim (Assist: Marwan Ateya) | |||
| Lionel Messi | 21' | |||
| 67' | Mostafa Ziko (Assist: Haissem Hassan) | |||
| Cristian Romero (Assist: Lionel Messi) |
79' | |||
| Lionel Messi (Assist: Gonzalo Montiel) |
84' | |||
| Enzo Fernández (Assist: Lautaro Martínez) |
90+2' | |||
| 90+3' | Oufa Shobeir | |||
| 90+4' | Hamdy Fathy | |||
| 90+8' | Marwan Ateya | |||
| 90+12' | Haissem Hassan |
Spielstatistik
Argentinien hat heute die Nerven verloren – und dann doch wieder Messi gehabt. Das ist eben der Unterschied zwischen einem Weltmeister und allen anderen: Selbst in der schlimmsten Phase kommt das entscheidende Tor.

Ägypten träumt – Ibrahim trifft früh in Atlanta
Die Partie in Atlanta begann mit einer Überraschung. Argentinien, erwartet als klarer Favorit, hatte Anlaufschwierigkeiten und ließ dem ägyptischen Team viel Raum. In der 15. Minute nutzte Yasser Ibrahim diese Unsicherheit eiskalt aus: Mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern überwand er Emiliano Martínez und traf zum 0:1. Das Tor war der Weckruf für Argentinien – aber zunächst ohne Wirkung. Die Selección wirkte überraschend passiv, versuchte mit langen Bällen auf Lautaro Martínez, dem die Räume aber fehlten. Ägypten stand tief, spielte schnell und konsequent auf Konter. Die erste Halbzeit endete 0:1 – das ägyptische Lager feierte lautstark.
Ziko macht es schlimmer – Ägypten führt 2:0
Statt eines argentinischen Aufbäumens nach der Pause kam zunächst der nächste Schock. In der 67. Minute schlug Mostafa Ziko nach einem schnellen Konter erneut zu – 0:2. Argentinien lag gegen Ägypten mit zwei Toren hinten. Was folgte, waren ungläubige Blicke, tumultartige Szenen auf den Rängen und ein Team, das plötzlich seine Grenzen erkennen musste. Trainer Lionel Scaloni brachte mehrere frische Kräfte, reorganisierte die Offensive und schickte seine Mannschaft mit einer klaren Botschaft auf den Rasen: Angriff, auf Teufel komm raus. Und das änderte das Spiel.
Romero, Messi, Fernández – die Aufholjagd des Jahrhunderts
Was dann in den letzten elf Minuten folgte, war purer Weltklasse-Fußball. In der 79. Minute köpfte Cristian Romero nach einer Ecke zum 1:2 ein – der erste Treffer des Abends für Argentinien. Die Hoffnung flammte auf. Vier Minuten später war es dann Lionel Messi. Der Kapitän, der in der zweiten Halbzeit zunehmend das Spiel an sich gerissen hatte, vollendete eine schnelle Kombination zum 2:2 – sein 21. WM-Tor der Karriere, ein neuer Rekord. Die 90 000 Zuschauer in Atlanta explodierten. Und als wäre das nicht genug, traf Enzo Fernández in der zweiten Minute der Nachspielzeit mit einem präzisen Abschluss zum 3:2-Siegtreffer. Argentinien ist weiter – auf unglaublichste Art und Weise.
Ägypten scheitert mit erhobenem Haupt
Ägypten hat in diesem WM-Turnier Geschichte geschrieben und darf mit absolut erhobenem Haupt nach Hause fahren. Das mutige Auftreten gegen den Weltmeister, das 2:0 in einem Achtelfinale – das sind Momente, die eine Fußballnation prägen. Das Team um Ibrahim und Ziko hat gezeigt, dass afrikanischer Fußball auf der Weltbühne konkurrenzfähig ist. Das Ausscheiden im letzten Moment ist bitter, aber der Auftritt war großartig.
Analyse: Argentinien ist gewarnt – im Viertelfinale kommt die Schweiz
Dieser Sieg ist eine klare Warnung an Argentinien. Das 0:2 gegen Ägypten war kein Zufall – die Selección hat defensive Schwächen gezeigt und offensiv lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Im Viertelfinale wartet die Schweiz, die Kolumbien im Elfmeterschießen besiegt hat und ebenfalls defensiv stabil steht. Argentinien wird sich erheblich steigern müssen. Messi ist da – das ist das Einzige, was zählt. Aber Messi allein kann nicht immer retten.
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